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Schlechter Radio-Empfang bei modernem Radio in älterem Fahrzeug

Beitrag von ProjektX14 » 11.04.2019, 20:11

Einige Besitzer von älteren Fahrzeugen, wie z. B. dem E21, E28 oder E30 usw. möchten gerne ein moderneres Radio mit RDS und CD-MP3-Player in ihrem Wagen haben. Leider funktioniert aber oft der Radio-Empfang nicht so gut, weil die Antenne nicht zum Radio paßt. Ältere Fahrzeuge haben in aller Regel noch eine 150-Ohm-Antenne, das moderne Radio benötigt aber eine 50-Ohm-Antenne (erkennbar am ISO-Stecker der Antenne).
Hier kann mittels eines Adapters Abhilfe geschaffen werden, der unmittelbar vor das Radio gesteckt wird. Ich habe im Netz eine Seite gefunden, die den Bau eines solchen Adapters beschreibt, aber auch weitere mögliche Ursachen und die Fehlersuche erklärt:

Fehlanpassung zwischen Antenne und Radio
Um einen einwandfreien Radioempfang zu gewährleisten, sollten beide Komponenten (Antenne – Radio) aufeinander abgestimmt werden. Besser gesagt „Angepasst“ sein. Gewöhnliche Stabantennen am Kfz besitzen einen „Fußpunktwiderstand“ von etwa 120 Ohm am Fahrzeug, gerade bei älteren Systemen. Die Übertragung der Antennenspannung erfolgt über eine kapazitätsarme Antennenleitung mit einem Wellenwiderstand von etwa 150 Ohm zum Radio. Der Eingangswiderstand des Radios sollte ebenso einen 150 Ohm Eingang, erkennbar an der tiefen runden Antennenbuchse, besitzen damit das System aufeinander abgestimmt ist.
In der Praxis jedoch können „Mischkombinatonen“ zwischen Antenne, Antennenkabel und Radio bezüglich des Wellenwiderstandes einzelner Komponenten entstehen, die die Ursache für einen schlechten Empfang darstellen können.
Der Eingangswiderstand am Radio kann je nach Hersteller und Modellvariante Werte von etwa 50, 75 oder 150 Ohm betragen. Messungen in der Praxis zeigten jedoch, dass auch diese Werte einer großen Toleranz von etwa +/- 10-15% unterliegen können. Ebenso wie Kabel und der Antennenfußpunktwiderstand! Der Eingangswiderstand der Antenne kann in der Bedienungsanleitung des Radios unter der Rubrik „Technische Daten“ gefunden werden. Wenn nicht, beim Hersteller erfragen! Der Wellenwiderstand der im Fahrzeug verbauten Antennenleitungen beträgt 50, 75, 125 und 150 Ohm. Die Toleranzwerte können hier ebenso Werte von +/- 5-10% annehmen. Der Wert steht meist, aufgedruckt, auf dem Antennenkabel. Der Fußpunktwiderstand der Antenne kann, abhängig von verschiedenen Faktoren, sich in einem relativ großen Streubereich bewegen. Fußpunktwiderstände von Kfz-Antennen liegen, je nach Ausführung, Montageort, Abmessungen etc, in einem Bereich von etwa 40-150 Ohm. Wert beim Hersteller erfragen!
Aufgrund der in der Praxis auftretenden negativen Toleranzen kann es bei der „Mischkombination“ zu einem Empfangsverlust kommen. Eine Empfangsschwäche wird jedoch bei einer Mischkombination mit positiven Toleranzen kaum bemerkt.

1. Fehlende Fernspeisung („Phantomspeisung“)
Aktive Antennensysteme, also Systeme, die im Antennenfuß bereits einen Verstärker verbaut haben, benötigen für einen einwandfreien Betrieb eine Versorgungsspannung von meist 12V. In der Regel wird diese Spannung über das Antennenkabel der Antenne zugeführt. Dabei werden der Mittelleiter mit Plus und die Masse der Antenne mit Minus versorgt. Diese Spannung wird vom Autoradio über den Antennenanschluss zur Verfügung gestellt. Fehlt diese Spannung an der Antennenbuchse des Radios oder am Eingang der Antenne ist kein Empfang möglich. Wird nun ein Radio ohne Fernspeisemöglichkeit mit dem serienmäßig verbauten Radio gewechselt, kann die „aktive“ Antenne nicht mehr mit Spannung versorgt werden.
Abhilfe schafft ein Adapterkabel zwischen Radio und Antennenkabel, das im Handel bezogen werden kann. Dieses speist die fehlenden 12V in das Antennenkabel für die aktive Antenne ein.
Eine fehlende Fernspeisung lässt sich mit einem Voltmeter am Antennenanschluss des Radios leicht überprüfen.

2. Anpassung 150 auf 50 Ohm
Um z.B. die Antenne mit dem alten Antennenstecker von 150 Ohm an ein neues Radio mit einem 50 Ohm-Eingang anzuschließen, wird im Handel ein sogenannter Adapterstecker oder ein Adapterkabel angeboten. Diese Adapterstecker schaffen nur die mechanische Verbindung zwischen den beiden Komponenten, nicht aber die elektrische Anpassung zwischen den beiden Systemen! Wird eine 150 Ohm Quelle mit 50 Ohm belastet (abgeschlossen) so kommt es zu einer Fehlanpassung zwischen den beiden Systemen und somit zu Verlusten der eingefangenen Antennenspannung am Antenneneingang des Radios.
Schlechter Radioempfang ist die Folge, die der Kunde erst dann bemerkt wenn er außerhalb von Ballungsgebieten seine Sender nicht mehr einwandfrei empfangen kann. Um dennoch eine mechanische, wie elektrische Anpassung herzustellen kann man sich ohne großen Aufwand ein passendes Adapter- und Anpassungskabel selbst herstellen.
Dafür benötigt man ein Stück Koaxleitung* (50,5 cm) mit einem Wellenwiderstand von 93 Ohm und die beiden Steckanschlüsse, die z.B. im Fachhandel günstig bezogen werden können. Die so gefertigte Leitung (Lambda/4-Transformationsleitung) kann nun zwischen der Antenne und dem Radio eine mechanische sowie eine elektrische Anpassung herstellen und damit den Radioempfang verbessern.

3. Schlechter Radioempfang, Hilfestellung bei der Fehlersuche
Um die möglichen Fehlerquellen eines schlechten Radioempfangs zu finden, sollten bereits im Vorfeld folgende Überlegungen angestellt werden. Nachfolgend sollen einige einfache Prüfmethoden dargestellt werden um grundsätzliche Funktionen zu überprüfen. Diese beschränken sich zunächst auf ein konventionelles Radio-Empfangssystem am Kfz.
Grundsätzlich ist die Fehlersuche bei aufwändigen Empfangssystemen mit mehreren Antennen, Antennendiversity, Twin-Tuner und dgl. ähnlich. In der Regel müssen aber zum Teil spezielle Diagnosegeräte eingesetzt werden.
Im einfachsten Fall wird die Antennenspannung dem Radio über die Antenne und der Antennenleitung zugeführt. Sind Antenne, Kabel, Radio und Steckverbindungen in Ordnung sollte das Radio einen, je nach Entfernung der einzelnen Sender, einen brauchbaren Empfang bekommen.

Radio
Der Empfang am Radio selbst kann mit einer selbstgefertigten „Wurfantenne“ auf grundsätzliche Funktion überprüft werden. Dazu wird ein Stück Litze (ca. 1m) provisorisch an den Antenneneingang des Radios angeschlossen und die Empfangsstärke eines eingestellten Senders beobachtet. Kann das Radio nun diverse Sender empfangen, ist davon auszugehen, dass das Empfangsteil des Radios soweit einwandfrei arbeitet.

Antennenleitung
Als nächsten Schritt wird das Antennenkabel überprüft. Dazu muss das Antennenkabel an den Radio wieder angeschlossen werden. Jetzt wird das Antennenkabel von der Antenne gelöst. An das Antennenkabel wird nun die provisorische „Wurfantenne“ angeschlossen. Ist der Empfang am Radio wieder besser, ist davon auszugehen, dass die Antennenleitung in Ordnung ist und der mögliche Fehler an der Antenne selbst zu suchen ist. Diese Prüfmethode (Radio/Antennenleitung) bis zur Antenne oder Antennenverstärker kann auch bei einer „Phantomspeisung“ eingesetzt werden.

Antenne/Antennenverstärker
Oftmals werden Kombinationen aus Antenne und Verstärker als Kompaktantenne eingesetzt. Diese benötigen für die Spannungsversorgung des Verstärkers 12 Volt. Die Spannung kann auf zweierlei Art und Weise zum Antennenverstärker geführt werden. Einmal mit einem direkten 12V Anschluss am Verstärker selbst oder über das Antennenkabel was auch als „Phantomspeisung“ bezeichnet wird.
Bei der Phantomspeisung kann am Mittelanschluss der Antennenbuchse am Radio eine Spannung von etwa 12V gegen Masse gemessen werden. Ebenso muss bei angeschlossener Antennenleitung auch am Ende der Leitung (Antenne/Antennenverstärker) eine Spannung von 12 Volt messbar sein.
Ist die Spannung am Ende nicht messbar, liegt eine Kabelunterbrechung in der Antennenleitung vor.
Die letzte Prüfung erfolgt an der Antenne selbst bzw. am Antennenverstärker. Neben einer gründlichen Sichtprüfung sollte auch die Spannungsversorgung am Antennenverstärker überprüft werden. Ist die Spannungsversorgung in Ordnung liegt der Fehler in einem defektem Antennenverstärker oder einer defekten Antenne selbst.
Häufige Ursachen für Empfangsstörungen sind fehlende Phantomspeisung, Kontaktprobleme an Stecker und Masseverbindungen, defekte Antennenstrahler, gequetschte Antennenleitung u. dgl.
Diese kleine Anleitung soll nur eine kleine Hilfestellung bei der Suche nach Empfangsproblemen am „Autoradio“ geben. Dabei werden keine speziellen Messgeräte benötigt. Sollten nach all diesen Prüfungen die Empfangsprobleme noch vorhanden sein, ist es ratsam einen Fachmann zu beauftragen.

Quelle: https://www.doerfler-elektronik.de/002-tt-radioempfang
Der Unterschied zwischen einem Einachs-Antrieb und einem Allrad besteht darin, daß beim Allrad alle vier Räder durchdrehen (Otto Frhr. Marschall während einer Rallye im Harz, Ende der 60er).

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