Mobile Tradition - BMW E12, E21, E23, E24, E28...Getriebeschaeden bei AU ZF 4HP22

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Getriebeschaeden bei AU ZF 4HP22

Beitrag von shogun » 24.06.2014, 13:35

Bei Fahzeugen mit Getriebeautomatik kann es anlaesslich der Abgasuntersuchungen (AU) zu Schaeden bzw zum Ausfall der Lamellenkupplungen kommen, wenn die Pruefschritte bei hoeheren Drehzahlen eine zu lange Zeitdauer in Anspruch nehmen.
Dies betrifft bei Dieselmotoren primaer die Pruefung der Hoechstdrehzahl unbelastet, wenn sie - wie derzeit vorgeschrieben- laenger als 1.2 Sekunden dauert sowie bei Otto-Fahrzeugen mit Lambdaregelung (G-kat) die Konditionsnierungsphase von 3 Minuten bei n = 3000 U/min.
Hier der komplette Text der Service Anweisung von 05/1994

(Link entfernt, da er leider nicht mehr geht. 2.2.2016)


Bei stehendem Fahrzeug (Wahlhebel in Position P) duerfen folgende Betriebspunkte (Drehzahl/Zeitdauer) nicht ueberschritten werden.
n-motor = 2500 U/min -->max. 15 Minuten
n-motor = 3000 U/min-->max. 60 Sekunden
n-motor = 5000 U/min--> max. 1,2 Sekunden.

Hauptsaechlich beim Automatikgetriebe ZF 4HP22 kann bei den derzeit vorgegebenen Pruefbedingungen (Stand 05/1994) das Lamellenpaket der A-Kupplung derart in Mitleidenschaft gezogen werden, dass ein Vorwaertsbetrieb nicht mehr moeglich ist.

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Re: Getriebeschaeden bei AU ZF 4HP22

Beitrag von shogun » 03.11.2017, 13:08

Update: Heute schrieb jemand im 7-Forum diesbezueglich wegen eines 1988 E32 735iA mit ZF4HP22, kopiert:
Laut ZF dürfte das Baujahr 1988 nicht mehr von dem Problem bei hohen Drehzahlen im Leerlauf (AU-Problem) betroffen sein.
ZF schrieb auf eine Anfrage dazu mal Folgendes:
Es waren Getriebe betroffen bis Produktion 1986.
Der Grund für die Ausfälle war ein Rechteckring auf der Antriebswelle der eine Nut in die Leitradwelle gegraben hat und nicht mehr richtig abdichtete.

Zu dem Schaden kam es, weil die A Kupplung vom Wandler her leicht befüllt wurde und sich durch die schnell drehende Kupplung ein dynamischer Druck aufgebaut hat und so die Kupplung so weit schloss dass die Belaglamellen schliffen und dadurch verbrannten.

Ab Ende 1986 sind die Wellen an dieser Stelle gehärtet, seither ist das Problem behoben

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Re: Getriebeschaeden bei AU ZF 4HP22

Beitrag von ProjektX14 » 04.11.2017, 08:40

Anmerkung von mir, ist mir mit meinem E28 Bj. ´86 nämlich auch passiert: Diese Anweisung gilt auch für die 4HP22-EH Automaten.
Verbaut wurden diese Automatic-Getriebe in den Modellen E28, E30 und E32.
Der Unterschied zwischen einem Einachs-Antrieb und einem Allrad besteht darin, daß beim Allrad alle vier Räder durchdrehen (Otto Frhr. Marschall während einer Rallye im Harz, Ende der 60er).

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Re: Getriebeschaeden bei AU ZF 4HP22

Beitrag von shogun » 04.11.2017, 12:18

Hier noch mal das originale Dokument + weiteres, 7 Seiten , gefunden auf einer dropbox Seite https://www.dropbox.com/s/kq998xtlccp9h ... k.pdf?dl=0

Kommentar dazu von einem Mechaniker:
ja das BMW-Papier dazu kenne ich. Kann mir das nur so erklären, dass sich BMW damit 150%ig absichern wollte, weil u. U. noch nicht bekannt war, ob weitere Getriebetypen auch von dem Konstruktionsfehler betroffen sein könnten.Mit heutiger Erfahrung kann man da zum Glück Entwarnung geben.
Auch in meiner Werkstattzeit hab ich viele AUs durchgeführt, darunter auch bei BMWs mit Automatik und es gab da nie Probleme.

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Re: Getriebeschaeden bei AU ZF 4HP22

Beitrag von ProjektX14 » 05.11.2017, 09:37

Hier sei am Rande bemerkt, daß die ursprüngliche Anweisung nicht von BMW, sondern von ZF kam. BMW hat diese dann unter eigenem Namen weiter an die Werkstätten und Händler gegeben. Die TÜV-Stelle, die mein Getriebe seinerzeit versaut hatte, hatte das Schreiben direkt von ZF und es wissentlich mißachtet.
Der Unterschied zwischen einem Einachs-Antrieb und einem Allrad besteht darin, daß beim Allrad alle vier Räder durchdrehen (Otto Frhr. Marschall während einer Rallye im Harz, Ende der 60er).

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